Artikel von Kevin Hoffmann
»Wir werden der AfD den Tag versauen«

Jugendliche organisieren sich in Köln gegen den Bundesparteitag der »Alternative für Deutschland«. Ein Gespräch mit Lena Krüger

Interview: Kevin Hoffmann

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Lena Krüger ist Mitglied der Gruppe »Jugend gegen AfD«

Demonstration »AfD, was für’n Scheiß – Parteitag verhindern um jeden Preis«: Sonnabend, 1. April, 14 Uhr, Bahnhofsvorplatz, Köln

Ihre Gruppe, »Jugend gegen AfD«, hat sich in den vergangenen Wochen in Köln gegründet. Was ist Ihr Ziel?
Wir wollen uns an den Protesten gegen den Bundesparteitag der AfD beteiligen und schon vorher Aktionen gegen die Partei organisieren. Die AfD geht uns alle etwas an, besonders uns Jugendliche. Im Gegensatz zu ihrer eigenen Aussage macht sie keine Politik im Interesse der Arbeiter, sondern im Interesse der Reichen. Ihre Forderung nach dem Ausbau des dreigliedrigen Schulsystems betrifft jeden jungen Menschen. Die Türen der Schulen, Bibliotheken und Universitäten müssen aber für alle Menschen offenstehen, egal wieviel Geld man hat oder wo man herkommt. Aber auch alle anderen Punkte betreffen uns. Wir wollen Jugendliche zusammenbringen, egal wo sie herkommen, wieviel Geld die Eltern haben, auf welche Schule sie gehen oder welche Hobbys sie haben.

Für Sonnabend, den 1. April, rufen Sie zu einer Demonstration unter dem Slogan »AfD, was für’n Scheiß – Parteitag verhindern um jeden Preis« auf. Ist das ernstgemeint?

So wie es geschrieben ist, meinen wir es auch. Wir werden alles dafür geben, der AfD den Tag ihres Bundesparteitags und noch viele weitere zu versauen, und unseren Protest auf die Straßen tragen. Da, wo die Positionen und das Verhalten von Menschen menschenverachtend sind, ist es richtig und legitim, Grenzen zu setzen, ihnen den Weg zu versperren und klar zu sagen, bis hier und nicht weiter.

Was haben Sie bis zum Bundesparteitag der AfD am 22. April im Kölner Maritim-Hotel noch geplant?

Im Rahmen der Demonstration am Samstag wird es vor dem Kölner Hauptbahnhof einen Flashmob geben. Enden wird der Protest mit einem Blockadetraining in unmittelbarer Nähe des Maritim-Hotels. Ansonsten werden wir weiter verschiedene kleinere Mobilisierungsaktionen machen. Wir werden vor den Kölner Schulen Flyer verteilen, an öffentlichen Plätzen Reden halten, Plakate aufhängen und möglichst viele Menschen organisieren, um mit ihnen am 22. April gemeinsam auf die Straße zu gehen. Gleichzeitig werden wir uns weiter mit der AfD und ihren Positionen zu den verschiedenen politischen Themen auseinandersetzen, um ein breites Bewusstsein dafür zu schaffen, warum die AfD keine Alternative für irgendwen ist.

Wie soll der AfD-Parteitag in drei Wochen verhindert werden?

Am Tag selber wird es verschiedene Aktionen geben. Es wird bundesweit von verschiedenen antifaschistischen Kräften zu kreativen Aktionen aufgerufen. Schon morgens wird es Massenblockaden auf den Zufahrtswegen zum Hotel geben. Ab 11 Uhr findet eine antifaschistische und antirassistische Demonstration statt, die in der Nähe des Maritim-Hotels starten und auch wieder enden soll. Außerdem wird es auf dem Heumarkt den ganzen Tag über eine große Kundgebung mit gemeinsamem Frühstück geben. Alles in allem kann man sagen, dass Zehntausende Menschen in der gesamten Stadt verschiedene Aktionen gegen den Parteitag und für ein solidarisches Miteinander durchführen werden. Wir werden natürlich auch dabei sein.

Wie sieht es nach dem Parteitag aus? Werden Sie weitermachen?

Natürlich werden wir das. Im Kapitalismus, in dem die große Mehrheit der Menschen durch eine Minderheit unterdrückt und ausgebeutet wird, gibt es für uns keine andere Alternative. Mit dem Ende des Parteitages sind doch noch keine Probleme gelöst. Wir sind eine sehr internationale Gruppe, wir sind Jugendliche aus Palästina, Afghanistan, Kurdistan, Iran, Deutschland usw. Wir wollen uns die Situationen in unterschiedlichen Ländern anschauen und herausfinden, was der deutsche Staat mit dem Leid der Menschen dort zu tun hat. Welche Rolle spielt er zum Beispiel in den Kriegen im Mittleren Osten, und welche Interessen hat er dort?

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